U21-EM MIT VIER POLO SPIELERN

Die EM war ein sehr intensives und aufregendes Turnier für uns. Ziel war der EM-Titel, wohlwissend, wie stark die Konkurrenz in Europa ist. Schon in unserer Gruppe mit Belgien und Frankreich gab es zwei starke Konkurrenten, die uns den Platz für das Halbfinale streitig machen wollten, außerdem die Schweiz. In der anderen Gruppe warteten mit Holland, Spanien und England ebenfalls drei starke Mannschaften und Österreich, die etwas schwächer eingeschätzt wurden.

Um ins Halbfinale zu gelangen, musste der erste oder zweite Platz erreicht werden. Schon im ersten Gruppenspiel ging es im vorentscheidenden Spiel gegen Belgien. Leider erwischte es uns schon vor und während des Spiels hart, denn ein Spieler fiel krankheitsbedingt aus und ein weiterer Spieler verletzte sich frühzeitig. Die Mittagshitze tat den Rest. Somit hatten wir zwei Spieler weniger zum Auswechseln, aber wir kämpften und konnten das Spiel knapp, jedoch nicht unverdient gewinnen.

Am nächsten Tag ging es direkt weiter gegen Frankreich. Diesmal mit drei Ausfällen, wieder in der Mittagshitze, aber auch dieses Mal trotzten wir allen Widerständen und gewannen 4:1. Damit waren das Halbfinale und der erste Platz in der Gruppe vorzeitig erreicht. Endlich ein Tag Pause, viel Erholung und die Hoffnung, dass alle Spieler gesund bleiben und die angeschlagenen Spieler wieder fit werden.

Das letzte Spiel gegen die Schweiz konnten wir souverän für uns entscheiden und so ging es nach einem Tag Pause ins Halbfinale gegen Spanien. Etwas überraschend wurde das Spiel von 10.00 Uhr erneut in die Mittagszeit und Hitze um 12.20 Uhr gelegt. Wir konnten wieder vollzählig antreten und hatten ein klares Ziel: den Sieg! Tatsächlich wurde es das erwartete enge Match, aber zwischenzeitlich konnten wir uns absetzen, kassierten dann in der Schlussphase aber doch noch den Ausgleich. Es ging ins Penaltyschießen, in dem wir eigentlich schon aussichtslos zurücklagen, aber unser Torwart einmal mehr über sich hinauswuchs und wir den Finaleinzug feiern konnten.

Im Endspiel ging es gegen Holland. Trotz der gesundheitlichen Probleme in den Spielen zuvor waren wir sehr zuversichtlich. Leider ging das Spiel denkbar ungünstig los: Nach zwei Minuten lagen wir schon hinten, kurz darauf gab es eine zehnminütige Zeitstrafe gegen uns, in der wir auch das 0:2 kassierten. Aber wir gaben nicht auf. Kurz vor der Halbzeit fiel das 1:2 – wir hatten wieder Hoffnung.

Nach der Halbzeit hatten wir eine gute Phase. Dann das 1:3, aber wir ließen nichts unversucht. Acht Minuten vor Schluss nahmen wir den Torwart raus, aber es sollte nicht sein.

Natürlich waren wir nach dem Spiel enttäuscht. Der Titel war das Ziel, aber wir müssen anerkennen, dass die Holländer an dem Tag unfassbar effektiv waren. Nach ein paar Tagen waren wir dann aber doch stolz auf das Erreichte. Wir haben ein sehr gutes Turnier gespielt, haben uns gegen alle gesundheitlichen Widrigkeiten gestemmt und hatten ein unglaubliches Team mit einem großartigen Staff. Dazu kam die wahnsinnige Atmosphäre von außen – der Support von Eltern, Familie und Freunden war außergewöhnlich.

Nun sind wir vier zurück im Hockey-Alltag. Nach einer wohlverdienten Pause steigen wir wieder ins Training und in die Vorbereitung ein und freuen uns auf die kommende Saison!

Bennet, Lukas, John und Johann (Foto: v.l.)